«… denn für die Lazy Susan braucht es Anstand, eine Gemeinschaft und Platz.»
Renata Burckhardt, NZZ, 7. Juli 2024
EXPERIENCE
Lazy Susan wird in diesem Jahr zu Susanne pigra – aber bleibt der Mittelpunkt unseres Pop-up-Projekts für eine offene Tischgesellschaft. Die Gäste teilen und geniessen wunderbare italienische Spezialitäten gemeinsam an runden Tischen.
Mit den ersten Arbeitskräften aus Italien lernte die Schweiz Spaghetti und Sugo kennen. Die vielen Italiener und Italienerinnen halfen uns nicht nur, unsere Strassen, Häuser und Industrie auf Vordermann zu bringen, sie brachten uns auch ihre wunderbare Küche näher, die wir bis heute lieben, als wär es unsere eigene.
In der kulinarischen Vielfalt unserer Nachbarn im Süden finden wir uns alle wieder. Klassiker, wie der Insalata Caprese werden Sie bei uns vergeblich suchen, lassen Sie sich stattdessen davon inspirieren, wie wir das unbekannte Italien interpretieren. Von Erinnerungen an die Könige von Neapel bis zur bäuerlichen Vergangenheit des Veneto kommt alles auf den Tisch. Die süsse Überraschung zum Schluss kommt von Fabio, unserem Patissier aus Süd-Italien.
Der gemeinsame Genuss mit Tischnachbarn, die Reichhaltigkeit und Einfachheit der italienischen Küche und deren Deutung durch Franzoli – das ist Susanne pigra.
Buon appetito!
Neu interpretiert.
Überraschend.
Raffiniert.
STORY
Wer kennt sie nicht, Lazy Susan, den grossen Drehteller auf dem Tisch im China-Restaurant?
Ihre Geschichte reicht weit zurück – allerdings nicht bis China, sondern bis ins England des 18. Jahrhunderts. Damals waren drehbare Serviertabletts, oft drei oder vier übereinander, als Dumbwaiters, stumme Diener, bekannt.
Ein Rätsel bleibt die Herkunft des Namens Lazy Susan. Manche glauben, dass Thomas Jefferson – der Verfasser der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und ihr dritter Präsident –, sie erfunden hat. Er habe sich die faule Susanne ausgedacht, weil seine Tochter sich beschwert habe, dass sie immer als Letzte bedient werde. Andere meinen zu wissen, Lazy Susan sei ein Nebenprodukt der Erfindung des Phonografen durch Thomas Edison. Nur hatte weder Jefferson noch Edison eine Tochter, die Susan hiess, und Edisons Phonograf nutzte keine Platten auf einem Drehteller, sondern Walzen.
Tatsächlich erschien in der Dezember-Ausgabe 1917 von Vanity Fair eine Anzeige für Haushalts-Geschenkideen. Sie warb unter anderem für: «Lazy Susan, die schlaueste Kellnerin der Welt, zu Ihren Diensten!» Möglich, dass am Namen also nur ein Werbetexter schuld ist.
Lazy Susan,
die schlaueste Kellnerin
der Welt.
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